Tennisabteilung des

SV "Blau-Weiß" Sande e. V.

Platzpflege

Wie jede Anlage, sei es der häusliche Garten oder der städtische Park, bedarf der Pflege und Unterhaltung.

Die Tennisabteilung des SV Sande wurde mit einem Hartplatz, aufgrund der einfacheren Pflege, ins Leben gerufen.
Nach einer gewissen Zeit stellten sich aber diverse Mängel ein, die sich durch hohen Verschleiß des Schuhwerks und gesundheitlichen Nachteilen sowie schlechte Bespielbarkeit nach Regenschauern bemerkbar machten.
Daraufhin wurden die Plätze 1 und 2 -die anderen gab es zu der Zeit noch nicht- als Ascheplätze umgerüstet.
Der Aufbau von unten gesehen ist meistens wie folgt: Nach einer Schicht Sand wird Vulkanasche aufgetragen, die besonders viel Wasser aufnehmen kann. Auf der Vulkanasche wird das typische rot von Ziegelmehl, der eigentliche Spielbelag, von ca. 1 bis 2 cm aufgetragen.
Das Ziegelmehl wird mit diversen Zusatzstoffen versetzt, damit der Belag nach einer gewissen Zeit bindet und für den Spielbetrieb die nötige Festigkeit bildet. Das Ziegelmehl ist deponieneutral und kann unbedenklich entsorgt werden.
Leider hat das das Ziegelmehl eine sehr kurze "Halbwertszeit". Durch Verwitterung und Frost in der "dunklen Jahreszeit" verliert es seine Konsistenz und lässt sich auch durch Walzen nicht mehr verdichten.
Die Folge ist der Abtrag und Neuauftrag der Asche rechtzeitig vor dem Spielbetrieb im Frühjahr.


Wie sieht der Ablauf der Frühjahrsinstandsetzung bei uns in der Tennisabteilung aus?

Als erstes werden die Pflastersteine von den Linien entfernt. Diese dienen als Gewicht, damit bei Frost die Linien nicht hochfrieren.
Parallel dazu werden die Plätze und die Anlage von Laub und Astwerk gesäubert, damit die später abgetragene Asche nicht mit diesen Teilen verunreinigt ist, falls jemand die Asche für Gehwege etc. benutzen möchte.
Nachdem die Plätze gesäubert worden sind, kann die Asche vom letzten Jahr abgetragen werden.
Viele haben es schon mit maschinellen Mitteln wie Besen oder Fräse versucht, sind aber an den Widrigkeiten des Materials bzgl. Feuchtigkeit und Beschaffenheit gescheitert.
Also heißt es mit einfachen Werkzeugen wie Schaber oder Kratzer den Belag von der Drainschicht (Vulkanasche) in Handarbeit zu entfernen.
An 2 Plätzen, die mit einem Radlader erreichbar sind, wird nun der alte Belag zum Abtransport gelagert.
Der neue Belag, der trocken mittels Plane in Reichweite der Plätze bereits angeliefert gelagert worden ist, wird nun aufgetragen. Hier sind besondere Fähigkeiten von den Akteuren gefordert:
Der Beleg muss gleichmässig aufgetragen werden, damit er die entsprechende Stärke aufweist. Eine nachträgliche Korrektur kann nur schwerlich erfolgen, da die trockene Asche sich in kurzer Zeit mit dem feuchten Untergrund verbindet. Der Auftrag erfolgt mittels Schaufel in der Form, dass der Inhalt über mehrere Meter schwungvoll verteilt wird und eine gleichmäßige Stärke aufweist. Mit dem Schleppnetz wird sofort, bevor der die neue Asche sich mit der Feuchtigkeit vom Untergrund vollsaugt, mehrfach aus verschiedenen Richtungen planiert.
Nach erfolgtem Auftrag der neuen Asche wird mit der Walze in zeitlichen Abständen die Asche verdichtet.

Kurz vor dem Saisonstart werden abschließend die Netze und Sichtblenden befestigt.
Nun stehen dem Spielbetrieb 4 neu aufbereitete Plätze zur Verfügung.
Während der Saison müssen gelegentlich ein paar Ausbesserungen getätigt werden, insbesondere hinter der sehr strapazierten Grundlinie und nach Unwettern.
Am Ende der Saison werden die Netze und Sichtblenden abgebaut sowie die Steine wieder auf die Linien aufgebracht.
Manch Einer fragt sich, wie viel Engagement für diese Leistung erbracht werden muss?
Nachfolgend ein paar Zahlen:
ca. 5 t Steine bewegen; 16 t alte Asche abtragen; 14 t neue (trockene) Asche auftragen; 150 Arbeitsstunden

Dass diese Arbeiten nicht von einigen wenigen Mitgliedern erledigt werden können, ist verständlich.
Daher haben wir, wie viele andere Vereine, Pflichtstunden eingeführt und es gilt z. Z. folgende Regelung:

Jedes Mitglied, das das 16. Lebensjahr vollendet hat (Stichtag 31.12.), muss jedes Jahr 5 Pflichtstunden leisten oder jede Stunde mit 10,- € begleichen. Die Pflichtstunden können auch außerhalb der anberaumten Termine abgeleistet werden, wenn entsprechende Arbeiten anfallen. Außerdem können bei Familienmitgliedern die Stunden übertragen werden, das heißt, das z.B. der Ehemann die Stunden über den Pflichtanteil seiner Ehegattin übertragen kann.
Auskunft erteilt der Vorstand.

Die Termine der Arbeitseinsätze werden zusätzlich auf der Jahreshauptversammlung sowie durch Aushang an der Tennishütte und auf unserer Web Site bekannt gegeben.


Für viele Mitglieder ist der Stundensatz von 10,- € kein Hindernis, den Arbeitseinsätzen fernzubleiben.
Aber im Sinne einer funktionierenden Gemeinschaft sollte jedes Mitglied seiner Verpflichtung nachkommen und sich den Aktivitäten rund um den Tennissport anschließen.